: Politik und internationale Sicherheit

Die Jugendoffiziere bei der Arbeit.

Marco Kaminski und Lars Mönig repräsentieren China

Der Weltbankchef Frederik Lohmann bei seiner Präsentation.

Die Regierungschefs bei der taktischen Stationierung ihrer Truppen.

Die Jahrgangsstufe 12 des Wirtschaftsgymnasiums am Berufskolleg Ahlen und die Unterstufe der Industriekaufleute nahmen vom 13.03. - 15.03.2006 an der Simulation POL& IS teil. Unter Leitung der Jugendoffiziere Burghard Rosen und Daniel Schüben wurde die Simulation im verschneiten Winterberg durchgeführt. Begleitet vom Klassenleitungsteam Dr. Susanne Terveer und Thomas R. Lutz konnten die Schüler Einblick nehmen in die komplexe Welt von POL&IS. Nach der unterrichtlichen Vorbereitung startete die Simulation mit einem aktuellen Lagebericht von Jens-Rüdiger Agarius und Sven König zum Thema Urananreicherung im Iran und der Einsatz der Bundeswehr im Kongo. Ein solcher Lagebericht wird in der Klasse immer am Montag in den ersten beiden Stunden gehalten.

Für die Schüler dieser beiden Klassen war es eine sehr interessante Erfahrung. Für sie eröffneten sich ungeahnte Einblicke in internationale Gremien, gegenseitige Abhängigkeiten, die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit bei der Krisenbewältigung, politische, ökonomische und sicherheitsrelevante Zugzwänge,  gegnerische Strategien, die Auswirkungen eigenen Vertrauens und Misstrauens sowie die Notwendigkeit zur Kompromissbereitschaft.

Die Schüler wurden in ihrer ganzen Bandbreite gefordert. Neben der Analyse der Informationen musste fast jeder der Vollversammlung Rede und Antwort stehen sowie eine Wahlkampfrede halten. Ebenfalls konnten sie ihr Verhandlungsgeschick mit anderen Ländern unter Beweis stellen.

Die POL&IS-Simulation umfasst ein komplexes Regelwerk. Für die Dauer der Simulation erhält jeder Spieler ein regionen- und rollenspezifisches Regelheft als Orientierungs- und Nachschlagshilfe. Dieses Regelheft enthält eine spezielle Einweisung in die jeweilige Region, die jeweilige Rolle des Spielers und Informationen über bereits bestehende Verträge (GATT-Abkommen,  NATO-Bündnis, START- Abkommen). Dieses Regelheft enthält alle für die Simulation relevanten Informationen und es bedarf keiner speziellen Vorkenntnisse, um an POL&IS teilnehmen zu können.
 
Der zeitliche Ablauf der POL&IS-Simulation ist in einzelne POL&IS-Jahre unterteilt, wobei jedes Jahr nach einem bestimmten Muster mit Phasen der Innenpolitik und Phasen der Außenpolitik abläuft. Das Jahr beginnt mit der Aufstellung des Haushalts innerhalb der Region, der Festlegung des politischen Programms und der militärischen Strategie der jeweiligen Region (Beratung). Daraufhin werden wirtschaftliche Investitionen getätigt (Produktion) und gleichzeitig können die Militärsteine auf der Karte bewegt werden (Kartenarbeit). Nach einer kurzen innenpolitischen Beratung in der Region (Kurzberatung 1) wird an der Börse mit Gütern gehandelt und der Bedarf für die eigene Region eingekauft bzw. der Überschuss der Produktion verkauft (Handel), während auf dem politischen Parkett Verträge zwischen den Regionen ausgehandelt werden (Verhandlungen).

Nach einer weiteren sehr kurzen innenpolitischen Beratung (Kurzberatung 2) geht es in die Vollversammlung der Regionen, wo dann die jeweiligen Regierungen einen Überblick über das vergangene POL&IS-Jahr geben, Gremien einberufen und Wahlen abgehalten werden (Internationale Information). Sollte es zu Konflikten in der POL&IS-Welt kommen, so findet im Anschluss daran die Phase Konfliktaustrags statt (Konflikte). Hierbei sind nur die am jeweiligen Konflikt beteiligten Regionen an der Karte und führen mit Hilfe der Spielleitung die einzelnen Schritte der Konfliktaustragung durch.

Nach Beendigung der Internationalen Information bzw. der Konfliktaustragung beginnt ein neues POL&IS-Jahr mit der Beratungsphase, in der dann der neue Haushalt in der Region und gegebenenfalls neue politische Programme oder militärische Strategien aufgestellt werden. In jeder Phase steht die Spielleitung für Fragen zur Verfügung, aber auch das POL&IS-Lexikon leistet als Nachschlagewerk gute Dienste. Die Spielleitung ist für die Einhaltung der Regeln und für den genauen Ablauf der Simulation zuständig. So werden der Haushalt jeder Region von der Spielleitung abgezeichnet und Verträge, die von den Teilnehmenden abgeschlossen werden, von der Spielleitung auf Gültigkeit (nicht auf Inhalt!) hin überprüft.

Im Wirtschaftsbereich werden vor Abschluss der Produktionsphase und nach dem Handel die Anzahl der Güter in jeder Region mit der Spielleitung abgeglichen. Militärsteine, Güterchips und Geld werden nur von der Spielleitung ausgegeben. Diese Maßnahmen dienen einem flüssigen Simulationsablauf (so sollen Verträge nur während der Verhandlungsphase abgeschlossen werden) und der Erhaltung der Zahlenverhältnisse (die Regionen sollen ihren Bedarf an Gütern nur durch Einkauf auf dem Weltmarkt decken). Die zeitliche Beschränkung der einzelnen Phasen spielt bei der POL&IS-Simulation eine wichtige Rolle, denn dadurch soll der innen- wie außenpolitische Druck vermittelt werden, unter dem Haushaltspläne aufgestellt und politische wie wirtschaftliche Verträge geschlossen werden müssen. Daher legt die Spielleitung besonderen Wert auf die Einhaltung der zeitlichen Einteilung.

Ein Dank gilt den beiden Jugendoffizieren, die diese drei Tage ganz hervorragend geführt haben!

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