: Crash-Kurs NRW

Europaschüler erFAHREN Folgen schwerer Verkehrsunfälle im Kreis Warendorf

In Deutschland verunglücken bei Verkehrsunfällen regelmäßig junge Männer und Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren, teilweise mit tödlichem Ausgang. Besonders junge Männer gehen oft hohe Risiken ein und halten sich nicht an gesetzliche Vorschriften, aber auch junge Frauen treten immer häufiger als Unfallverursacher auf. Obwohl die Anzahl der Todesfälle insgesamt in den letzten Jahren rückläufig ist, steigt die Anzahl der Verkehrsunfälle aufgrund von Ablenkung durch Mobiltelefone oder andere elektronische Geräte. Seit fünf Jahren beteiligt sich das Berufskolleg Ahlen Europaschule daher an einem landesweiten Präventionsprojekt „Crash Kurs NRW“ der Polizei, bei dem Rettungskräfte eindrucksvoll von Unfällen berichten, an denen sie selbst als Helfer beteiligt waren.

Schulleiter Ingo Weißenborn begrüßte in diesem Jahr neben den ehrenamtlichen Dozenten 178 Teilnehmer aus Klassen der Berufsfachschule, der Höheren Handelsschule, des Beruflichen Gymnasiums und der Berufsschule. „Unsere Schülerinnen und Schüler kommen aus dem ganzen Kreis Warendorf und müssen häufig weite Strecken zurücklegen – als Fahranfänger teilweise mit dem eigenen Auto, aber auch als Beifahrer. Somit entspricht unsere Schülerschaft exakt der Zielgruppe des Projektes.“

 Der einstündige Kurs folgte dabei inhaltlich der Rettungskette bei einem Verkehrsunfall. Betroffene Stille herrschte im Foyer der Schule, als Polizeioberkommissar Marc Westbomke, Oberbrandmeister und Notfallsanitäter Jens Schüsseler sowie Notarzt Dr. Peter Kimmeyer nacheinander von Verkehrsunfällen berichteten, bei denen sie den Opfern aufgrund von tödlichen Verletzungen nicht mehr helfen konnten. Pfarrer Friedrich Vogelpohl stellte seine Arbeit als Notfallseelsorger vor und blickte in nachdenkliche Gesichter, als er von einem Einsatz berichtete, bei dem er Eltern die Nachricht vom Unfalltod ihres Sohnes überbringen musste. Den letzten sehr persönlichen Bericht gab Beate Berkhoff. Eindrucksvoll erzählte sie, wie sie selbst zum Opfer eines Verkehrsunfalls wurde und mit welchen Konsequenzen sie noch heute, viele Jahre später, leben muss.

Mit einem lauten Knall ließ Moderator Polizeioberkommisar Bodo Kowatz zum Schluss einen Luftballon platzen, aus dem kleine Zettel mit Wünschen und Zielen, die die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld der Veranstaltung gesammelt und notiert hatten, symbolträchtig zu Boden fielen. Sein Appell an die sichtlich emotional betroffenen Schülerinnen und Schüler: „Fahrt vorsichtig und haltet euch an die Regeln im Straßenverkehr – nur so könnt ihr Leben schützen – eurer eigenes und das von anderen!“

 Zurück zur Übersicht