: Die erste Internationale Förderklasse erhält Abschlusszeugnisse

Schulleiter Ingo Weißenborn, Dina Osmani, Frau Lena Schafflik (v. l. n. R)

Als die erste Internationale Förderklasse im Schuljahr 2016 am Berufskolleg Ahlen Europaschule startete, betraten alle neues Terrain. Für Schüler und Lehrkräfte begann eine aufregende Zeit. Die Schüler stellten sich der Aufgabe, in einer neuen Kultur, einem neuen Schulsystem mit neuen Fächer und Notensystemen, gemeinsam mit internationalen Klassenkameraden unterschiedlicher Herkunft zu lernen und zu arbeiten. Die Lehrkräfte stellten sich mit Unterstützung der Schulsozialarbeiterinnen der Herausforderung, die Geflüchteten willkommen zu heißen, ihnen unsere Kultur und Sprache näher zu bringen, sie individuell zu fördern und zu unterstützen. Niemand vermochte zu sagen, wie sich die Schülerinnen und Schüler, die kurz vorher aus Afghanistan, Albanien, Bulgarien, Eritrea, Gambia, dem Irak, Rumänien und Syrien als Flüchtlinge oder Zuwanderer nach Deutschland gekommen waren, schulisch entwickeln würden.

Nach nun 1,5 Jahren schulischer und pädagogischer Arbeit in den Internationalen Förderklassen steht fest: Der Einsatz und das Engagement der Lehrkräfte, der Schulsozialarbeit, der Schulleitung und der Betreuerinnen und Betreuer der Schüler haben sich gelohnt. Zum Jahresende können 15 Schülerinnen und Schüler ihre Abschlusszeugnisse eines dem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 gleichwertigen Abschlusses in Empfang nehmen. Zum erfolgreichen Abschluss am Berufskolleg Ahlen gehört im Falle der Internationalen Förderklasse auch, dass für alle Schülerinnen und Schüler der weitere Bildungsweg geplant werden konnte. So werden einige von ihnen im nächsten Jahr in die Berufsfachschule, auf eine Realschule oder in die Volkshochschule wechseln, wo sie eine höhere schulische Qualifikation anstreben werden. Einige Schülerinnen und Schüler befinden sich momentan im Auswahlverfahren für eine Berufsausbildung.

Eine Schülerin konnte die Internationale Förderklasse mit besonderem Erfolg abschließen. Der 17jährigen Dina Osmani aus Afghanistan, die erst seit Ende 2015 in Deutschland lebt, gelang es nicht nur, durch eine zusätzliche Prüfung die Berechtigung zum Besuch der Berufsfachschule II zu erwerben, in der sie im kommenden Jahr ihre Fachoberschulreife erwerben wird, sondern auch, Stipendiatin der START-Stiftung und der deutschen Telekom-Stiftung zu werden. Hinter der Aufnahme in das Stipendienprogramm steckt ein aufwändiges Aufnahmeprozedere, das die 17jährige Schülerin mit Bravour meisterte. Profitieren kann sie nun von der materiellen und ideellen Förderung beider Stipendien, um ihren beruflichen Weg zur Bauingenieurin erfolgreich zu meistern.

Abschließend ziehen Schulleiter Ingo Weißenborn und die Koordinatorin der Internationalen Förderklassen, Lena Schafflik, ein positives Fazit: „Auch wir haben durch die Arbeit mit den neuen Schülerinnen und Schülern viel dazugelernt. Es hat viel Freude gemacht, in die jungen Leute zu investieren und ihnen Wege zu schulischem und beruflichem Erfolg aufzuzeigen, so dass sie Teil unserer Gesellschaft werden können.“

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