: Eröffnung „Testzentrum“ für Lehrkräfte

Studienrat Benjamin Sewing testet als Rettungssanitäter schon seit den Sommerferien regelmäßig seine Kollegen am Berufskolleg. Hier überzeugt er sich von den Erläuterungen der Praktikantin Fatima Tair zu den neuen Schnelltests.

Die erweiterte Corona-Teststrategie in Schulen hat nicht nur Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler. Auch Lehrkräfte sind seit Ende der Osterferien dazu verpflichtet, sich zweimal wöchentlich selbst auf Covid-19 zu testen.

Das Berufskolleg in Ahlen zeigt sich in dieser Angelegenheit routiniert: „Wir bieten unseren Lehrkräften schon seit Beginn des Schuljahres im Sommer 2020 regelmäßige Testungen an. Bislang wurden sowohl PCR-Abstriche als auch die Antigen-Schnelltests durch medizinisch geschulte Kolleginnen und Kollegen durchgeführt. Seit Anfang der Woche können die Lehrkräfte nun wählen, ob sie sich selbst testen möchten, oder ob ein medizinischer Abstrich durch einen Kollegen mit Fachausbildung durchgeführt werden soll“, erklärt Schulleiter Ingo Weißenborn. „Seit Beginn der Pandemie versuchen wir, den individuellen Zeitaufwand der Kollegen für zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen durch gute Organisation möglichst gering zu halten. Damit steigern wir nicht nur die Akzeptanz, sondern gleichzeitig auch den Gesundheitsschutz für alle am Schulleben beteiligten.“

Durch die Verpflichtung der Lehrkräfte zu den Selbsttests erhöht sich die Anzahl der wöchentlich durchgeführten Schnelltests in der Schule, weshalb das Berufskolleg besondere organisatorische Maßnahmen ergriffen hat: Ein geeigneter Fachraum wurde nun eigens zu einem Testzentrum für das Kollegium umfunktioniert und wird dort von einem Test-Team betreut.

Dieses erhält seit Beginn der Woche ungewöhnliche Unterstützung: Eine Schulpraktikantin, Fatima Tair aus der Ausbildungsvorbereitung, betreut seit Montag das Selbsttest-Zentrum, verwaltet das Testmaterial, kontrolliert und füllt die Testkisten für die Klassen auf und unterstützt die Lehrkräfte bei der Testanleitung in den Klassen. Nach umfangreicher Einweisung und Schulung führt sie auf Wunsch inzwischen auch medizinische Abstriche bei den Lehrkräften durch. Die Schülerin hatte zuvor aufgrund neuer Infektionsschutzrichtlinien in Pflegeeinrichtungen kurzfristig die Absage für ein ihr schon langfristig zugesagtes Praktikum bekommen.

„Die Ersatztätigkeit bei uns kann natürlich nie die vielfältigen Erfahrungen eines Praktikums in der Alten- und Krankenpflege ersetzen, aber in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften aus den medizinischen Fachberufen versuchen wir so, einige Inhalte des Praktikums zu kompensieren.“, so Klassenlehrerin Maria Chalilidis.

Die medizinischen Fachlehrkräfte unterstützen das Praktikum, indem sie mit der Schülerin medizinische Grundtätigkeiten, wie die Blutdruckmessung, Pulsmessung, Dokumentation und Hygienerichtlinien üben. „In vielen kaufmännischen Schulen gibt es so genannte Schülerfirmen, in denen die Schüler kaufmännisch tätig werden und z. B. den Schulkiosk betreiben oder Schreibmaterialien verkaufen. Mit unserem Modell bilden wir einen Teil der Arbeit von medizinischen Fachangestellten ab. Nebenbei entlastet die Schülerin mit ihrer Tätigkeit die Kollegen, insbesondere das Test-Team“, resümiert Thomas Sandkuhle, stellvertretender Schulleiter und Abteilungsleiter für die Berufsschule den Einsatz der Schülerin im neuen Testzentrum, durch den alle Beteiligten nun merklich profitieren.

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