: Berufskolleg Ahlen stellt sich technisch gut auf

Digitaler Distanzunterricht

Ahlen. Aufgrund der immer noch hohen Fallzahlen schicken immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice. Parallel hat die Landeregierung aber beschlossen, dass Schulen und Kindergärten weiter vollumfänglich geöffnet bleiben sollen. So auch das Berufskolleg Ahlen.

Thomas Lutz befindet sich im Homeoffice und unterrichtet Auszubildende der Abschlussklasse der Industriekaufleute, die in drei Wochen ihre schriftliche Abschlussprüfung haben.

Die reguläre Beschulung von Auszubildenden im dualen System sorge aber, so das Berufskolleg in einer Mitteilung, insbesondere bei Unternehmen für Verwunderung. Während so viele Mitarbeiter wie möglich im Homeoffice arbeiten und Besprechungen per Videokonferenz stattfinden, treffen sich die Auszubildenden zweimal pro Woche mit bis zu 30 anderen Azubis zum Unterricht in der Berufsschule.

„Natürlich haben wir ein mit dem Gesundheitsamt beprochenes Hygienekonzept, das immer wieder geprüft und  bei Bedarf ergänzt wird – die relativ geringen Fallzahlen bei uns an der Schule bestätigen die Wirksamkeit“, sagt Schulleiter Ingo Weißenborn.

Auf Anregung einiger Ausbildungsbetriebe hat das Berufskolleg nun synchronen Distanzunterricht getestet: Der Unterricht findet als Videokonferenz statt, aber nicht wie im ersten Lockdown nur nach  individueller Absprache, sondern strukturiert gemäß Stundenplan – eben synchron. Die erste Klasse, mit der das System getestet wurde, ist eine Fachklasse angehender Industriekaufleute, die sich auf ihre Abschlussprüfung Ende November vorbereiten.

„Der Präsenzunterricht in dieser Klasse hat besondere Brisanz: Zeigen die Schüler Erkältungssymptome, dürfen sie nicht an den Abschlussprüfungen teilnehmen“, erklärt Thomas Sandkuhle, Stellvertretender Schulleiter und verantwortlich für die Berufsschule.

„Der nächste Prüfungstermin wäre dann im Sommer 2021, die Ausbildung würde sich um ein halbes Jahr verlängern – das wollen weder die Prüflinge, noch die Betriebe.“

Seit Montag werden daher die ersten Schüler im Distanzunterricht auf die Prüfung vorbereitet. Voraussetzung dafür ist aber, dass alle Schüler bzw. deren Ausbildungsunternehmen die technischen Voraussetzungen schaffen und dass die Azubis für den Distanzunterricht auch tatsächlich vom Unternehmen freigestellt werden.

Der Kreis Warendorf stellt allen Lehrern und Schülern Office 365 kostenlos zur Verfügung. Hierüber  können alle Nutzer auch kommunizieren, Dateien teilen sowie Telefon- und Videokonferenzen durchführen. Die ersten Räume der Schule sind dafür  bereits mit entsprechender Technik ausgestattet. Im Rahmen des Digitalpakts hat die Schule die Ausstattung aller Schüler und Lehrer mit Endgeräten und Video-Tools beantragt, um unabhängig agieren zu können und auch die Schüler der Berufsfachschulen auf Distanz unterrichten zu können. Hier gab es im ersten Lockdown Probleme, weil die Schüler teilweise nicht über entsprechende Endgeräte verfügten.

Artikel von Christian Wolff 

Ahlener Zeitung Dienstag, 17.11.2020

 

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